DIE KAMERONISCHEN HOCHLANDE.

Willkommen Willkommen, bislang habe ich Wort gehalten und der Blog bleibt aktuell!

Dieses Mal: Die Kameronischen Hochlande oder auch “Die Odysee des Hendrik”. Ich hatte mir mit meinem guten Freund John aus Kuala Lumpur beizeiten überlegt, mal einen Kurztip in die Cameron Highlands zu unternehmen. Nach einer schnellen Terminsuche war das Datum auch geklärt. Am vergangenen Wochenende habe ich mich dann ein paar Stunden nach dem furiosen 2:1 Sieg des magischen Penang FA, also Samstag morgen gegen 6, auf den Weg gemacht. Der Bus brauchte um die 6 Stunden aber mit Schlaf und Buch ging das relativ schnell vorbei – im Gegensatz zur Rückfahrt wie ihr später noch erfahren werdet.

Hier mal ein kleiner historischer Exkurs. Die Cameron Highlands waren zur Kolonialzeit sehr beliebt bei den Briten. Das lag vor allem an dem vergleichsweise milden Klima. Entdeckt wurde der Ort 1885 von William Cameron (nein, nicht James…). Es geschah bis 1925 erstmal nichts mit dem Gebiet bis sich im selbigen Jahr Sir George Maxwell überlegt hat, dass es sich in diesem Ort ziemlich gut anbauen lässt. Sir Maxwell entwickelte aus den Highlands eine Bergstation. Mit dem Bau der ersten Straße wurde das Gebiet nach und nach erschlossen. 1929 wurde die erste Tee-Plantage ins Leben gerufen. Man könnte sagen das John A. Russel mit seiner ersten Plantage das heute Gesicht dieses Gebietes formte. Denn heutzutage sind die Highlands, neben der Landschaft und des Klimas, für Tee und Erdbeeren bekannt. Das kann man im übrigen auch gar nicht übersehen. So besteht noch heute ein Großteil des Landstriches aus Teeplantagen. Nun aber weiter…

 

Tee allewo

Tee allewo

 

 

Zu meiner Überraschung sind die Cameron Highlands verdammt touristisch. Das hat mir natürlich so gar nicht gefallen. Vor allem viele viele Deutsche. Da muss man dann immer aufpassen, was man so von sich gibt. Von uns Dreien (Charlotte aus Kuala Lumpur hat sich uns angeschlossen) kam ich als erstes an und habe mich dann direkt auf die Suche nach einem Hostel gemacht. Die Locals waren super nett und das Hostel, welches wir schlussendlich besetzten, war auch allererste Sahne. Aufgrund der Gastfreundlichkeit und des allgemeinen Ambientes waren wir guter Dinge. Indes war es schon relativ spät und wir erkundigten uns nach möglichen Aktivitäten bevor die Sonne unterging.

 

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Fangorn

 

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Hilfreicher Wegweiser, dahinter: Ents.

 

Uns wurde ein Gang zu einem Wasserfall empfohlen. Diesen Gang traten wir dann auch an. Allerdings haben wir uns etwas verlaufen (natürlich) und sind ungefähr 3 Stunden (+/- 30 Minuten) durch den tiefsten Dschungel getapert. Und natürlich ist verlaufen und drohender Sonnenuntergang nicht genug – es fing auch an zu regnen. Schon mit dem Gedanken spielend entweder im dunkeln Wandern zu müssen oder die Nacht ganz einfach im Wald zu verbringen, erreichten wir dann kurz vor der Sonnenuntergang einen Ausgang und ließen uns wieder bis zum Dreh- und Angelpunkt, das Örtchen Tana Ratah, mitnehmen. Also alles super gelaufen. Erschöpft und müde genossen wir dann noch FC Barcelona – Atletico und das DFB Pokalfinale.

Tag 2: natürlich haben wir es nicht geschafft, früh aufzustehen. Wir konnten uns eine Tour mit Guide schon mal sparen, da zu allem Überfluss mein Bus, der letzte, nach Penang um 2.30 abfuhren sollte. Frohen Mutes haben wir uns dann einfach ein Teksi geschnappt (kundige Linguisten ahnen bestimmt schon, dass damit ein Taxi gemeint ist) und haben uns zur berühmten Aussichtsplattform bringen lassen.

 

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Aussichtsplattform

 

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Aussicht von der Aussichtsplattform

 

Danach begann eine wahre Odysee. Kein Taxi wollte uns mit zu einem nahe gelegenen Gipfel bringen. Aus diesem Grund fragten wir rum bis uns gnädigerweise ein Inder auf seinem Gemüsegeländewagen mitnahm. Das jedoch nur halb weil die Kutsche dann leider nicht mehr anspring. Egal, den restlichen Kilometer schaffen wir auch noch. Oben angelangt hat es sich wirklich gelohnt! Auf 2000 Höhenmeter hatten wir eine wunderschöne Aussicht.

 

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Sichtweite -9000

 

oder halt auch nicht. Wir befanden uns nämlich direkt in einer Wolke. Schade um die Aussicht aber dennoch ein hammer Gefühl. Auch so waren die Wege, angelegt über Brücken, schon ziemlich stark. Hat sich auf jeden Fall gelohnt.

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Nun begann es.

Es regnete. Es regnete und regnete wie aus Eimern. Wir versuchten wieder ins Tal zurück zu kommen. Doch das stellte sich nach und nach als unmöglich heraus. Das Taxi wollte kein Taxi rufen Traffic jam, eh. Und alle anderen PKWs waren voll besetzt. Alternativlos marschierten wir im Dauerregen den Berg hinunter. Durchnässt bis vom Scheitel bis zur Sohle hofften wir wenigstens im Tal eine Mitfahrgelegenheit zu erwischen – doch Fehlanzeige. Alle Offiziellen wollten uns kein Taxi rufen oder gaben erst gar keine Auskunft. Immer die Uhr im Rücken wurde ich langsam ungeduldig und plante schon eine notgedrungene Aufenthaltsverlängerung ein… Gnädigerweise nahm uns ein Paar mit in den nächst größeren Ort. Doch von dort aus fuhr auch niemand und wir wurden vertröstet und weitergeschickt. Schon fast am Ende meines Optimismus akquirierte ich einen Fahrer der uns für ein wenig Geld endlich zu unserem Ziel bringen sollte – Zeit: 2.00. Ich hatte also noch eine halbe Stunde bis mein Bus fuhr, war klatschnass und hatte keine Klamotten. Unser Glück war diesmal, das der Stau wirklich nur die andere Richtung betraf. Mittlerweile hatte ich mich mit meinem Schicksal abgefunden und schon meine Entschuldigungen vorbereitet, warum ich Montag nicht zur Arbeit erscheinen könne. 2.15 waren wir vor Ort. Ich rannte direkt zum Busbahnhof und fragte nach einem Aufschub von 5 Minuten, da ich ja noch meine Sachen holen müsste – abgelehnt. John hatte ich bereits vorgeschickt um alles in meinen Rucksack reinzuwerfen. Ich bin gerannt, John an mir vorbei der fitte Bastard. Meine Rettung war dann die supernette  Dame vom Hostel die mich mit ihrem Auto zurück zum Busbahnhof gebracht hat. Eine Minute vor Abfahrt war ich dann da. Anders als bei der Hinfahrt war ich immer noch klatschnass. Die Kälte im Bus sorgte dafür, dass ich bloß kein Auge zumachen kann, ich fror die gesamte Fahrt…Also alles super gelaufen! 🙂

 

Fresher Tee

Fresher Tee

 

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

post scriptum: Hab mir noch Fürth – HSV angeschaut – sind wir eben noch ein weiteres Jahr Derbysieger.

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One thought on “DIE KAMERONISCHEN HOCHLANDE.

  1. Pingback: Cameron Highlands und wieder ein Jahr älter | Charlotte in Malaysia

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