HALBZEIT. KUALA LUMPUR. PENANG.

Krass. Halbzeit bzw. schon drüber,

Ein komisches Gefühl wenn man sich bewusst wird, dass man schon seit fast 7 Monaten in diesem schönen Land weilt. Und dass die kommenden 5 noch viel schneller vorbei gehen werden. An den letzten beiden Wochenenden hielt ich mich unter anderem deswegen in Kuala Lumpur auf (ist die Hauptstadt Malaysias). Das erste Wochenende jedoch nur ,um mal zu erleben wie es so ist, wenn man in Asien “clubben” gehen will.

Ausgegangen ist das Wochenende von John, auch schon Begleiter beim FMFA & den Kameronischen Hochlanden, der mich einlud noch einmal loszuziehen.

Intelligenterweise nahm ich den Nachtbus am Donnerstag. Dies hatte zur Folge, dass ich morgens um 5:30 in Kuala Lumpur ankam. Natürlich konnte ich nicht schlafen im Bus, wer hätte das gedacht. Dementsprechend war ich gut gerädert aber gerade noch so fit, dass ich in einem Mamak Store (24h Fresstempel) noch die letzten 30 Minuten des WM-Eröffnungsspiels erleben konnte. Hätte ich mir auch sparen können bei dem Gekicke.

Wie auch immer. Nachdem der Teil abgeschlossen war wusste ich erstmal nicht weiter. Es hat mich ehrlich überrascht, dass Kuala Lumpur als Metropole es sich leisten kann bis 9 Uhr zu schlafen. Ernsthaft, bis auf die Fresstempel hatte rein gar nichts auf. Also entschied ich mich spontan die Batu Caves zu besuchen.

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Petaling Street KL – komplett leer.

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Die Masjid Jamek bei Nacht – rechts daneben die vielen Zeitungspacker.

Die Batu Caves liegen etwas außerhalb der Stadt, sind aber dank des relativ gut vernetzten Nahverkehrs leicht und günstig zu erreichen. Es handelt sich dabei um mehrere Höhlen (batu -malay- = Stein, caves = Höhle) aus Kalkstein die verschiedene Hindutempel im Inneren sowie auf den Vorplätzen beherbergen. Blickfang ist auf alle Fälle die 42,7 Meter hohe Statue der Gottheit Murugan. Aber auch die Tempel auf dem Vorplatz sind sehr schön anzuschauen.  Und weil ich so früh dort ankam war ich auch der einzige Tourist der zwischen ein paar religiösen Hindus die vielen Treppen hochgetapert bin.

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Hindu Tempel vor den eigentlichen Höhlen.

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Aussenansicht.

 

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Hindu Statue, weiss nicht welche. Edit: Lord Hanuman – Der Affengott (Danke Tasya!)

 

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Schöne Sache das.

272 Stufen muss man erklimmen um in die Haupthöhle, vorbei an der Statue, zu gelangen. Die Nebenhöhlen (haha) waren wegen des frühen Zeitpunktes leider noch gesperrt.

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Sehr imposant, nach 3 Jahren bauen im Jahr 2006 fertiggestellt.

 

 

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Katzensprung.

 

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Die Hälfte ist geschafft!

 

 

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Alles halb so wild.

 

Bevor ich jedoch hochgehen konnte, sah ich ein Schild das besagte, dass man doch bitte nicht in unangemessener Kleidung in die Höhlen gehen sollte. Dazu gehörte auch eine kurze Hose (laut Bild). Demnach suchte ich mir erst ein kleines, unbeobachtetes Plätzchen um meine Hose zu wechseln – die Toiletten nebenan übersah ich großzügig. Amüsant auch der Hinweis, man solle doch bitte nicht joggen. Tatsächlich nutzen einige Leute die Treppen um durch das hoch und runter Laufen fit zu werden. Fand ich witzig. Weniger witzig fand ich, dass es offensichtlich völlig Banane war, ob ich nun lange oder kurze Hosen trage.

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Das Innere – kam mir gar nicht so heilig vor.

 

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Der Himmel.

 

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Diverse Schreine 1/2. Ich für meinen Teil finde die hinduistische Kunst an Tempeln jedes Mal beeindruckend.

 

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Diverse Schreine 2/2.

 

Angekommen in den Höhlen war ich etwas enttäuscht. Zum Einen war die Haupthöhle um einiges kleiner als erwartet und zum Anderen verliert es viel von einem besonderen, religiösen Eindruck wenn überall überquollene Mülleimer stehen. Naja, ein Besuch war es auf alle Fälle wert – aber nur wenn man gerade in Kuala Lumpur ist. Wieder unten angekommen suchte ich mir aufs Neue ein schattiges Plätzchen um mich wieder umzuziehen. Fand ich mehr oder weniger, entdeckte ich dabei doch den Schlafplatz von ziemlich vielen Indern die sich auch alle gerade anziehen wollten. Relativ zügig setzte ich mich dann in die Bahn zurück in das Zentrum. Ein bisschen Sightseeing machen bevor die Kollegen endlich Feierabend hatte.

Ich schaute mir diverse Gebäude an, alles nicht sooo der Rede wert. Was ich jedoch überaus gelungen fand ist der botanische Garten der Stadt. Vor allem mir kam er unendlich gut gelegen. Ausgelaugt und genervt durch wenig Schlaf und die Temperatur bot er eine Oase der Ruhe inmitten des städtischen Lebens, der Abgase und Motoren.

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Diese Stonehenge Nachbildung stand zuvor im öffentlichen Teil des Planetariums. Achja, den Rucksack habe ich natürlich den ganzen Tag mitgeschleppt.

 

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Sieht schon toll aus, habe dort auch kurz Rast gemacht.

 

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Neben Stonehenge bot das Planetarium auch ähnliche Gebilde aus anderen Epochen und anderen Kulturen. Ziemlich interessant!

Aufgrund dessen, dass ich eben seit ca. 6 Stunden durch die Stadt gewandert bin samt Rucksack habe ich mich im Garten erst einmal für zwei Stunden schlafen gelegt. Man findet sonst keine öffentlichen Plätze an denen man relativ ungestört sitzen kann, das gilt leider für ganz Malaysia.

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Mal ehrlich, wer würde da nicht entspannen. Nachdem ich mich ausgeruht hatte, hab ich mich mit einer AFS-Bekanntschaft am Central Market (Pasar Seni) getroffen und ein bisschen mehr entspannt, was gegessen und diese kleinen Fischis an meinen Füßen knabbern lassen.

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War auf jeden Fall ein witziges, gleichzeitig sehr komisches Gefühl. Das war dann so ungefähr mein Freitag. Den Abend haben wir dann getrunken, gefeiert und Geld ausgegeben. Den ganzen Samstag geschlafen, was gegessen und den Freitagabend wiederholt. Fazit: Feiern ist hier in Malaysia wirklich gewöhnungsbedürftig. Der Eintritt liegt meist etwas hoch und man muss gleichzeitig eine Flasche Schnaps ordern. Der musikalische Horizont beschränkt sich ausnahmslos auf EDM oder es sind so furchtbare DJs am Werk, dass diese sogar gute Musik versauen können. ABER: eine Erfahrung mehr. Und dank der Leute hat es natürlich sehr viel Spaß gemacht!

Die Woche drauf habe ich ganz normal und fleißig wie immer in Penang gearbeitet. Immer noch voller Hoffnung, dass mein Midstaycamp nicht in Kuala Lumpur stattfinden wird war ich dann etwas geknickt ob der Nachricht, dass ich wieder einmal in die Hauptstadt darf. Diesmal nahm ich aber nicht den Nachtbus. Ich wollte ausgeschlafen sein und außerdem konnte ich das Hostel für die Nacht aufschreiben, sodass ich mein Geld später wiederbekam. Das Camp ist dazu gedacht, dass sich alle Volontäre in Malaysia nach 6 Monaten treffen und ihre Gedanken, Gefühle, Probleme dies das austauschen. Ich kann einfach überhaupt nicht klagen und nichts schlechtes sagen, habe weder Probleme noch schlechte Erfahrungen im Heim gemacht. Ich bin immer noch 100 Prozent zufrieden und glücklich hier. Beziehungsweise umso glücklicher war ich als ich manch andere Geschichte gehört habe.

Als Aktivität (macht man anscheinend so) sind wir raus in den Dschungel und dort Quad gefahren. Hat echt Spaß gemacht! Fand ich auch eine gute Idee und hat uns etwas lockerer gemacht – mal weg von der ganzen Theorie. Abends haben wir jeweils die WM-Spiele geschaut. Und das wars mit dem Wochenende dann auch schon. Ist auch nicht mehr so spannend wenn man 4 Tage zuvor schon Mal dort war.

Die PenangBoys hatten bereits ihre Rückreise angetreten und mich ganz allein in der Stadt zurück gelassen. Weshalb ich diese Tatsache als Anlass nahm, um vieles von dem zu unternehmen wozu ich in den ersten 6 Monaten noch nicht gekommen bin. Dazu gehörte u.a. der Besuch des Taman Negara Pula Penang (Taman Negara = Nationalpark), den kleinsten Nationalpark der Welt, und des botanischen Gartens von Penang. Ja, ich habe meine Wanderlust und meine liebe für stille Plätze in der Natur wieder entdeckt.

Begrüßt wurde ich am Eingang von ein paar Affen. Nette Tiere dachte ich da noch.

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Ich empfang den Park als überwältigend schön. Der Weg entlang des Wassers in Richtung Monkey Beach liefert wunderschöne Ausblicke.

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Völlig verschwitzt angekommen genoss ich den feinen Ausblick und ging schwimmen.

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Da ein Boot zurück für mich allein zu teuer ist ging ich den Weg Barfuß wieder zurück. Und da passierte es. Auf einem Ast, der den Weg kreuzte, saß der Affenboss. Deutlich erkennbar an seiner Größe. Er ließ mich mitnichten passieren, fauchte  und schrie mich an. Ich bekam wirklich Angst. Ich ging also ein paar Meter zurück und wartete ab, ob der Affenkönig sich denn zurück ziehen würde. Das Tat er allerdings nicht. Ich wagte noch einen Versuch. Der Boss schrie ziemlich laut und wurde sichtbar wütend, plötzlich war ich von 8 (oder 300) weiteren Affen umringt. Wieder ging ich zurück. In Anbetracht der Tatsache, dass ich mich gleich einem Kampf mit Affen stellen müsse suchte ich mir einen Stock und nahm meinen Rucksack als Schild. Meine Knie schlotterten doch zurückgehen war keine Option mehr. Ich hielt den Stock in des Affen Richtung. Haarscharf bin ich einer Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Die Affen liessen mich glücklicherweise in Ruhe von dannen ziehen. Ich hatte natürlich immer noch eine Heidenangst und hab mich relativ schleunig von diesem Platz entfernt. Puh. Obwohl ein Boxkampf mit Affen auch eine schöne Geschichte geworden wäre -> falls ich überlebt hätte.

Mein Trip letzten Samstag ging zum botanischen Garten von Penang. Sehr sehr schön aber leider um einiges (!) kleiner als der Garten in KL.

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Der Strauch auf dem Weg war mir ein Foto wert.

 

Achso, ich bin natürlich völlig fertig dort angekommen weil ich kleiner Frechdachs natürlich einfach mal in den Dschungel reingelaufen bin. Dort bin ich dann nach ca. 50 Minuten umgedreht weil ich von wandernden Chinesen erfuhr, dass dieser Weg zum Penang Hill führt. Da wollte ich ja nun nicht hin. Wie dem auch sei, auch im botanischen Garten gab es Affen. Diese waren aber um einiges friedlicher und haben nur meinen belgischen Kompagnon gejagt und nicht mich.

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Außerdem hab ich ihn angefaucht, damit er mal weiss, wie das ist! Scheiss angefauche immer.

 

 

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Toll, was? Das war es auch schon fast wieder. Dies Wochenende wurde ich von meiner Chefin zu den Genting Highlands eingeladen, dort gibt es eigentlich nur ein Casino und ein Resort aber was macht man nicht alles für die Arbeit. Und ich habe gehört es soll furchtbar kalt werden ( ca. 25Grad…brrrr). Im August geht es dann nach Kambodscha und Vietnam und frühestens danach könnt ihr den nächsten Beitrag erwarten, haha.

Ein Wermutstropfen habe ich jedoch noch zu verkünden. Ich denke mal ihr wisst was gerade wieder im nahen Osten los ist. Ich hoffe es zumindest, ansonsten schnappt euch mal ne Zeitung oder ein ähnliches Informationsmedium und lest! Ich habe beschlossen meine Kontakte zu den Malays, die ich hier bisher kennen gelernt habe, komplett abzubrechen. Das hat seine Gründe. Der Gaza-Konflikt ist nicht schwarz-weiß, es wird sehr sehr viel Propaganda veröffentlicht und vieles lässt sich nicht einfach so erklären. Ich für meinen Teil halte die Aussagen Israels für um einiges glaubwürdiger als die der Hamas. Das ist natürlich eure Sache wie ihr das handhabt, mich interessiert eure Meinung dazu auch überhaupt nicht. Jedoch kann ich unter keinen Umständen damit leben, dass besagte Bekannte meinen Bilder von Adolf Hitler zu posten, weil “er es den Juden ja schonmal so richtig gezeigt hat” oder sonstige Scheisse. Ich kann Leute, die diesen Konflikt als Ventil für ihren ekelhaften Judenhass benutzen überhaupt nicht ausstehen. Wenn dann auch noch jemand von AFS, also ein Mitglied dieses Vereins zum interkulturellen Austausch, meint, Obama als “fuckin Nigger” bezeichnen zu müssen weil er ja nicht eingreift bin ich wirklich maßlos enttäuscht. Ich hänge in Deutschland nicht mit Antisemiten und Rassisten ab und das tue ich hier genauso wenig. Das Malaysia als islamisches Land dem Judentum und Israel nicht gerade wohlgesonnen sind kann und konnte ich mir natürlich vorher denken. Jedoch war das nie ein Thema hier, warum auch. Das jetzt diese Äusserungen kommen finde ich traurig, Diskussionen sind hinfällig. Ich finde es nur schade.

Ein paar Erklärungen hier:

http://fullcomment.nationalpost.com/2012/10/06/robert-fulford-anti-semitism-without-jews-in-malaysia/

http://fighthatred.com/recent-events/national-political-hate/1145-malaysia-is-in-the-forefront-of-countries-expressing-national-hatred-against-jews-and-israel

http://www.frontpagemag.com/2014/dgreenfield/anti-semitism-survey-shows-muslims-more-anti-semitic-than-buddhists/

http://www.aijac.org.au/news/article/malaysia-s-obsession-with-jews-love-affair-with-

(etwas älter aber dienen als Erklärung ganz gut)

Ansonsten geht es mir super 🙂 Ich freue mich auf die kommenden Monate und Urlaube und habe bislang nicht den Hauch von Heimweh gehabt.

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4 thoughts on “HALBZEIT. KUALA LUMPUR. PENANG.

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